„Frauen müssen immer noch beweisen, dass sie es genauso gut können wie Männer.“
Karolin, 41 Jahre: Seit 2013 bei FLENS.
Wir haben vor einiger Zeit zwei unserer Brauerinnen interviewt, um von ihnen zu erfahren, wie sie selbst ihren Beruf wahrnehmen. Heute stellen wir vor:
An dieser Stelle empfehlen wir zwei weitere Artikel aus unserem Blog, wenn Dich die Historie vom Thema “Bier & Frauen” mehr interessiert:
Karolin: Aber um noch mal zu meiner Arbeit bei FLENS zu kommen: Mein Vorstellungsgespräch hier war tatsächlich das einzige, in welchem ich nicht auf mein Geschlecht angesprochen wurde. Und eine Woche später habe ich hier angefangen – zunächst im Labor – aber das ist eine andere Geschichte!
Karolin
Glaubst Du, dass sich die Akzeptanz von Frauen in der Bierbranche in den letzten Jahren verbessert hat?
Karolin: Ja, auf jeden Fall! Bei uns in der Brauerei, wie in vielen anderen Betrieben deutschlandweit auch, findet ein Generationswechsel statt. Für die meisten Brauerinnen und Brauer, die heut nachkommen, ist das Geschlechter-Thema, glaube ich, schon deutlich weniger präsent.
Die Brauer-Generation, die aktuell in den Ruhestand geht, hat zu ihrer Anfangszeit noch einen vollkommen anderen Brau-Alltag kennengelernt und erlebt. Das Berufsbild war viel härter und der Ton viel rauer – das können wir späteren Generationen in der Brauerei, Frauen und Männer, uns kaum noch vorstellen.
Also geht es in die richtige Richtung?
Karolin: Ich glaube, Frauen müssen immer noch beweisen, dass sie es genauso gut können wie Männer. Das wird nicht als selbstverständlich vorausgesetzt.
Wenn ein männlicher Azubi kommt und der performt nicht ordentlich, dann kriegt der das einfach "nicht gebacken“. Wenn es eine Frau nicht hinkriegt, liegt es daran, dass sie eine Frau ist und ihre „Eignung“ wird viel grundsätzlicher infrage gestellt. Das ist jedenfalls oft mein Eindruck.
Wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview mit Dir, liebe Karolin!