FLENS oder FLENSchen?
Ich bin über 18
FLENSchen
Ich bin unter 18

„Es ist mehr als ein Job.“

ca. 11 Minuten
Artikelzusammenfassung
Vor elf Jahren stieg Andreas auf die Schaukel. Ein Radioaufruf, etwas Casting-Chaos und etliche plop‘s später erzählt er, was FLENS für ihn bedeutet.
Gruppe von Leuten im Pub lachen, Hände übereinander auf dem Tisch, zwei Flensburger-Küstencola‑Flaschen im Vordergrund.

Manche Gesichter kennst du, auch wenn du den Namen nie gehört hast. Andreas Arndt ist so eins. Wenn du in den letzten Jahren einen unserer Werbespots gesehen hast – drei Typen auf der Hollywoodschaukel, ein synchrones plop‘, der trockene norddeutsche Schnack – dann kennst du ihn schon. Andreas war lange Zeit eines der drei Gesichter auf der Schaukel (genauer gesagt: das ganz linke). Elf Jahre ist das jetzt her, und immer noch steht er ab und zu für FLENS vor der Kamera.

 

Wir haben uns vor Ort in der Brauerei getroffen und mit ihm in Erinnerungen geschwelgt: über einen Radioaufruf, den er erst gar nicht ernst genommen hatte, ein Casting, das ihn zunächst nach Hause geschickt und dann doch wieder zurückgeholt hat, und darüber, welche Türen sich für ihn geöffnet haben, seit sein Gesicht mit FLENS verbunden ist. Ein Gespräch über Zufälle, Herzblut und das Gefühl, ein kleiner Teil von etwas Größerem zu sein.

Interview mit Andreas Arndt, der FLENS Legende von der Hollywoodschaukel.

Porträt von Andreas Arndt, einem älteren Mann mit weißem Bart und in blauem Mantel.
Es war einmal ein FLENS Fan.
Weißt du noch, was dich damals dazu gebracht hat, spontan zum Casting zu gehen?
Andreas: Das lief so: Im Radio lief ein Castingaufruf. Das erste Mal hab‘ ich ihn ignoriert, das zweite Mal hingehört. Beim dritten Mal dachte ich: Ey, die sprechen von dir. Da hab‘ ich mich beim Zähneputzen im Spiegel angeguckt und gedacht: Okay, Alter, die meinen dich. Ich kam gerade aus der Nachtbereitschaft, hab mich ein paar Stunden hingelegt, dann eine Kiste FLENS, Fotoapparat und Stativ geschnappt, ins Auto und ab an den Strand, um das Bewerbungsvideo zu drehen.

Das Schräge kam beim Kleingedruckten: Wer in die enge Auswahl kommt, müsse zwei Tage zur Verfügung stehen. Das Datum kam mir bekannt vor – das wäre nämlich mein Scheidungstermin gewesen. Haken gesetzt, losgeschickt, beim Amtsgericht angerufen und um einen Alternativtermin gebeten. Ich hab‘ einfach gesagt: Ich krieg den Job. Das war mehr so ein Gefühl: Das klappt. Verrückt, oder?
Andreas Arndt sitzt auf Klappstuhl am Meer bei Sonnenuntergang, hält die Beine im flachen Wasser und hält FLENS Flasche in der Hand.

Kleiner Fakt am Rande: Auf den Aufruf gingen rund 800 Videos ein. 30 Leute wurden zum Casting nach Hamburg eingeladen. Und dann war da Andreas.

Wie lief das Casting damals ab? Erzähl mal – wie muss man sich das vorstellen?
Andreas: Wir saßen zu dritt nebeneinander und sollten die drei Typen darstellen. Es wurde eine Situation vorgegeben: Ich sollte den Typen in der Mitte einfach entsetzt anschauen. Das weiß ich noch wie heute – der Regisseur meinte zu mir: „Ey, ist gut, aber übertreib‘s nicht.“

Und dann kam der Moment, an den ich mich immer erinnern werde: Es wurde eine Auswahl verkündet, ein paar Namen verlesen, „die sind es leider nicht geworden, toll, dass ihr da wart“. Ich bekam eine große FLENS Flasche und einen Kugelschreiber in die Hand gedrückt und war bei den Leuten dabei, die nach Hause geschickt wurden.

Ich saß schon im Zug, da kam ein Anruf: „Wo bist du denn? Der Regisseur will dich noch mal sehen.“ Ich nur: „Wie jetzt? Ihr habt mich doch nach Hause geschickt!“ Und dann am nächsten Tag wirklich die Nachricht: „Wir drehen mit dir.“ Das war eine echte Achterbahn – erst hoch, dann „tut mir leid, du bist es nicht“, und dann doch. Und letztendlich hat es geklappt. Irre.
Was war dein erster Eindruck, als du dich zum ersten Mal im Spot gesehen hast?
Andreas: Auch noch mal ein bisschen unwirklich. Ich muss dazu sagen: Ich sah mich eigentlich immer eher HINTER der Kamera. Ich mochte gar keine Fotos von mir. Und dann auf einmal: „Nee, wir drehen mit dir.“ Als ich das Ergebnis dann sah, dachte ich: Geil, passt.

Und der Regisseur damals, Thorsten Wacker, der hat mir auch gut gefallen. Ganz zum Schluss, als wir abgedreht hatten, meinte er: „Ey, jetzt möchte ich noch ein Bier mit euch Jungs trinken.“ Wir drei so: „Echt jetzt?“ Denn anders, als man es in Artikeln von damals nachlesen kann, waren da einige alkoholische Biere dabei …
Die Zusammenarbeit über die Zeit hinweg.
Welche Erinnerungen aus den Drehs sind dir bis heute besonders präsent?
Andreas: Da fällt mir so einiges ein. Zum Beispiel: Wenn wir drei nicht synchron geploppt haben oder eine Flasche nur leise zischend aufging, kamen sofort zwei Leute angerannt, rissen uns die Flaschen aus der Hand und drückten uns die nächsten frischen rein. Wir drei auf der Schaukel, wir saßen von morgens um halb neun bis abends um halb neun auf dieser Schaukel. Mit Pausen, klar. Wir hatten wirklich eine Menge Spaß.

Und dann bei den neueren Drehs, hier in Flensburg im Piratennest: Da hatte der Kollege aus der Brauerei FLENS Klamotten dabei. Blaue T-Shirts – ich dachte mir, nö, da seh‘ ich mich nicht drin. Und dann kam er mit diesem grauen Troyer an, der war stark. Irgendwann hab‘ ich ihn zur Seite genommen: „So, mein Lieber, wir müssen reden. Das Teil kriegst du nicht wieder.“ Er grinste nur: „Ach komm, behalt das einfach.“ Das fand ich so geil.
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Andreas Arndt mit Flaschenbier beim geselligen Outdoor-Picknick am Wasser.
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Andreas Arndt mit Lederjacke und Sonnenbrille auf Skate-Rampe, hält eine FLENS Flasche in der Hand, im Hintergrund gesprayt: "Hot hot hot".
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Andreas Arndt in Lederjacke und Schirmmütze trinkt FLENS Bier aus Bügelflasche vor Holztür.
Auch heute stehst du ab und zu für FLENS vor der Kamera. Hat sich die Arbeit über die Jahre verändert?
Andreas: Schon etwas. Die Geschichte damals in Hamburg war mega durchgetaktet und riesig – Studio, Greenscreen, viel Technik, viel Licht, viel Manpower. Das kam mir sehr, sehr groß vor. Heute wird auch mal mit dem Smartphone gedreht, es ist jünger, moderner, ein bisschen lifestyliger geworden, mehr auf diese Social-Media-Schiene ausgerichtet.

Was mir zum Beispiel auffiel – ich fotografiere ja selbst: dieser überstrahlte Blitz-Look, salopp gesagt „direkt in die Fresse“. Da kam eine Profifotografin mit ordentlich Equipment. Ich seh‘ die Bilder und denk mir: Das ist doch total überstrahlt. „Nee, das ist genauso gewünscht, das ist der Partystil.“ Das hat sich zum Beispiel verändert.
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Andreas Arndt in grauem Strickpullover beim Bier-Einschenken in Glas an rustikalem Holztresen.
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Nice to know: Mit dem „On-Camera-Flash“ wird direkt aus Richtung der Kamera geblitzt. Das erzeugt harte Schatten und knallige, leicht überbelichtete Bilder – dieser rohe, ungeschönte Look, den man von spontanen Partyfotos kennt.

 

Genau das ist der Effekt, den wir für unsere moderneren Inhalte suchen.

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Andreas Arndt lächelnd hinter drei vollen Flensburger-Bierkrügen an einer Kneipentheke.
Wie ist es für dich, mit jüngeren Leuten zu shooten?
Andreas: Der Chef der Kreationsagentur meinte zu mir, sie sollen für FLENS die Zielgruppe verjüngen. Ich hab‘ ihn angegrinst: „Verjüngen?“ Und dann kam ein Spruch, der ging mir runter wie Öl: „Ja, die FLENS Legende wollten wir auf jeden Fall dabeihaben.“ Okay, gekauft.

Aber im Ernst: Ich hatte das Gefühl, dass ich durch die Erfahrung von damals mit einem inneren, entspannten Lächeln an die Sache herangehe. Vor elf Jahren auf der Schaukel war ich ein bisschen aufgeregt. Heute weiß ich, in welche Richtung es geht, und kann es gelassener angehen.
Gruppe von Leuten beim Selfie in rustikaler Bar, stoßen mit Flensburger Strand-Lager 0,0 % an.
Andreas: Und die Jüngeren sind auch super drauf. Bei einer Szene meinte das Team: „Wollen wir den [an dieser Stelle würde eigentlich ein Kraftausdruck stehen, den wir aus Gründen der Familienfreundlichkeit nicht abdrucken wollen; Anm. von FLENS] drehen?“ Ich dachte: Was wollt ihr? Wir haben‘s einmal gespielt, und die Agenturmitarbeiterin hat sich vor Lachen weggeworfen. Ich hätte nie drauf gewettet, dass FLENS bei so was einsteigt – aber es kam mega an.

Servicehinweis am Rande: Wer das Video, von dem hier gesprochen wird, in voller Länge sehen will, findet es hier auf Instagram.

Der Mensch hinterm FLENS.
Hat der Dreh damals dein Leben noch über den FLENS Spot hinaus beeinflusst?
Andreas: Da hat sich für mich wirklich viel aufgetan, das ohne FLENS nie passiert wäre. Ein halbes Jahr nach den Spots meldete sich eine TV-Produktionsfirma aus München – die hatten mich über einen Zeitungsartikel gefunden, in dem stand, dass ich bei der Lebenshilfe auf Sylt arbeite. Sie schickten mir ein Drehbuch, eine kleine Rolle, drei Drehtage: „Du bist gebucht.“ Ohne Vorsprechen! Ich meinte: „Ihr habt mich doch noch gar nicht gesehen?“ – „Doch, auf der Hollywoodschaukel.“ Das war eine Dora-Heldt-Verfilmung fürs ZDF.

Und es ging noch weiter. Über ein Fotoshooting landete mein Bild im XXL-Format an der Wand eines Fischrestaurants auf Sylt – und darüber kam ich als Darsteller zu einer Riesenparty von Hermès Paris in den Hamburger Deichtorhallen, 650 geladene Edelgäste. Wenn mir das jemand vor zwölf Jahren gesagt hätte, hätte ich ihn ausgelacht. All das, denke ich mir, ist wirklich über FLENS entstanden. Man wird mit der Werbung in Verbindung gebracht, und einem wird auf einmal mehr zugetraut – ein kleiner Vertrauensvorschuss.
Andreas Arndt mit Strickmütze und in dunklem Pullover, raucht Pfeife vor dunklem Hintergrund.
Wurdest du schon mal auf der Straße erkannt?
Andreas: Ja, aber meist im kleinen Rahmen, und das sind die schönsten Momente. Einmal im Buchladen in Westerland: Hinter mir sagte plötzlich eine ältere Dame „Plop!“ und fing an zu kichern. Oder in der Kneipe am Tresen, wo mir jemand mit einem Grinsen erst kein Bier geben wollte: „FLENS gibt’s hier nicht.“ – genau wie in der alten Werbung.

Mein Sohn, inzwischen 27, rief mich mal nachts um eins an: „Ey, Alter, jetzt will ich hier mit meinen Leuten ein Bier trinken, und wer guckt mir dabei zu? Du!“ Und einer der Menschen, die ich bei der Lebenshilfe betreue – ein feiner Kerl mit Trisomie 21 – schickte mir nachts um halb eins eine WhatsApp, ganz begeistert, dass er mich auf dem Bierdeckel entdeckt hat. Langweiliger hat FLENS mein Leben definitiv nicht gemacht.
Was bedeutet dir FLENS ganz persönlich?
Andreas: Viel. Ich hab‘ meine Ausbildung damals in Bayreuth gemacht, im absoluten Bierland Oberfranken – da hat fast jedes Dorf seine eigene Brauerei. Ich bin alle sechs Wochen mit meinem alten VW Derby in den Norden gefahren, zwei Kisten FLENS passten in den Kofferraum. Die waren immer schnell leer. Also haben wir den hiesigen Getränkehändler so lange genervt, bis er FLENS ins Sortiment nahm – erst hieß es „Nee nee, das verkauft sich nicht“, und dann lief es doch. Da war ich quasi der Botschafter des guten nordischen Biergeschmacks in Oberfranken.

Diese Verbundenheit ist bis heute geblieben. Mein Favorit ist eindeutig das Pilsener, ich bin der klassische Pils-Trinker. Aber ich hab‘ jetzt auch das Strand-Lager 00 probiert – vom Geschmack her anders, aber als Alkoholfreies richtig, richtig gut. Und dieses Label, diese Farbgebung, finde ich extrem ansprechend, das springt einen im Regal richtig an und macht neugierig.
Drei Leute in Kneipe stoßen mit Flensburger Strand-Lager 0,0 % alkoholfreiem Bier an.

Zum Mitschnacken: Beim Strand-Lager 0,0 % handelt es sich um unser alkoholfreies 0,0-%-Lagerbier. Möglich macht das unsere Entalkoholisierungsanlage, die seit ein paar Jahren bei uns steht. Ein besonderes Verfahren führt hinterher Aroma zurück – so bekommt das Bier seinen Körper und schmeckt eben nicht körperlos. Denn Alkohol ist und bleibt, ähnlich wie Fett im Essen, ein Geschmacksträger.

Was würdest du Menschen sagen, die FLENS gerade erst neu entdecken?
Andreas: Dass es ein Bier ist, das untrennbar mit dem Norden verbunden ist und das man getrunken haben muss, wenn man hier oben ist. Ich seh‘ so oft Leute, die im Strandkorb beim Sonnenuntergang sitzen und ein FLENS aufmachen. Jedes Mal, wenn ich dieses plop‘ höre, fange ich an zu grinsen. Ich hab‘ sogar mal im Supermarkt jemandem, der ein FLENS und ein anderes Bier in der Hand hatte, aufs FLENS gezeigt: „Kauf das FLENS. Ich hab‘ die Werbung dafür gemacht.“ – „Echt jetzt?“ (lacht).
Andreas Arndt hält FLENS Bierflasche mit Bügelverschluss in der Hand und guckt sich das Etikett an.
Gibt es etwas, das du dir für die Zukunft mit FLENS wünschst?
Andreas: Ich freu mich wirklich, dass es immer noch diese Verbindung gibt, und würde es toll finden, wenn das alles noch irgendwie ein bisschen weitergeht.
Noch mal so elf Jahre?
Andreas: Ungefähr. Also, wenn ihr irgendwann anfragt, ob ich nicht einen Spot machen kann, wo ich mein FLENS aus der Schnabeltasse trinke, dann nehme ich Abstand davon. (lacht)

Aber im Ernst: Ich finde das vom Gefühl her einfach so passend, so stimmig. Für mich ist es mehr als ein Job. Wenn ich Werbung für, sagen wir, Zahnpasta machen würde, wäre das halt ein Job. Aber hier sind es jetzt elf Jahre, und da ist eine echte Verbundenheit. Ihr vertretet genau das, was mir hier oben am meisten gefällt: dieses klare Nordische. Und wenn ich mit meinem etwas nordischen Äußeren da reinpasse – geil. Ich freu mich, ein Teil davon sein zu dürfen.
Andreas Arndt mit grauem Bart und Strickmütze am Dünenstrand, trägt groben Strickpullover und steht am Sylter Strand, den man im Hintergrund sieht.

Lieber Andreas, wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview, für die vielen Anekdoten und für elf tolle Jahre plop‘ auf der Schaukel. Die FLENS Legende erzählt sich weiter.