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Hopfen - die Seele des Bieres.

Artikelzusammenfassung
Natürlich gehört Hopfen in jedes FLENS. Aber wusstest du, dass der Hopfen im Bier tatsächlich eine Sie ist? Das und viel mehr klären wir heute & hier!
Hopfendolden in einem Glas auf einem Holztisch, davor ein Glas mit Malz, dahinter eine Flasche Flensburger Pilsener.

Was ist Hopfen? 

Hopfen ist also weit mehr als nur eine Zutat im Bier – er sorgt für das besondere Aroma, den typischen Geschmack und die Schaumkrone, die jedes Bier einzigartig machen. Doch was genau steckt eigentlich hinter dieser außergewöhnlichen Pflanze, und warum ist sie so unverzichtbar für das Brauen? Werfen wir einen genaueren Blick auf den Hopfen und seine besonderen Eigenschaften.

Hopfenpflanze an einer Rankhilfe im Anbaugebiet.

Die Hopfenpflanze: Ein kletterndes Hanfgewächs.

Hopfen ist eine Kletterpflanze, die zu den Hanfgewächsen gehört. Einmal im Jahr, für nur zwei Wochen, ist die Ernte von Hopfen möglich. Zwischen Ende August bis Mitte September wird folglich fleißig geerntet, damit in den Brauereien weiter Bier gebraut werden kann.

 

Dabei wird zwischen zweierlei Hopfen unterschieden: Dem männlichen und dem weiblichen Hopfen. Allerdings wird zum Brauen von Bier ausschließlich der Hopfen der weiblichen Pflanzen benötigt. In den Hopfenanbaugebieten wachsen und gedeihen von vornherein nur weibliche Pflanzen, um ungewollte Befruchtungen mit den männlichen Pflanzen zu vermeiden.

Von Zapfen und Lupulin. 

Der Hopfen, der von der weiblichen Pflanze geerntet wird, nennt sich Zapfen oder Dolden. Er besteht aus Stiel, Blättern und Lupulin. Das Lupulin ist der wichtigste Bestandteil des Hopfens, befindet sich auf der Innenseite des Blattes und ist in Form von kleinen, gelben, klebrigen Kügelchen zu erkennen.

 

Das Lupulin, auch Hopfenmehl genannt, zählt zu den wichtigsten Zutaten beim Bierbrauen, denn es verleiht unseren Bieren das nötige Aroma, die gewünschte Bitterkeit und sorgt für eine starke Schaumkrone, wenn unser FLENS aus dem Glas konsumiert wird.

 

 

Warum ist der Hopfen im Bier unerlässlich?

Das deutsche Reinheitsgebot beim Bierbrauen besagt, dass zur Herstellung von Bier exakt vier Zutaten benötigt werden: Hefe, Gerstenmalz, Wasser und natürlich Hopfen. Der Hopfen zählt in unserer Brauerei in Flensburg mitunter zu den wichtigsten Zutaten, um unseren Bieren ihren unverwechselbaren Charakter zu verleihen.

 

Denn Hopfen sorgt nicht nur für die herbe Note im Bier, sondern trägt zudem zur Haltbarkeit bei: Hopfen ist für Bier ein natürliches Konservierungsmittel und verhindert das Wachstum von krankheitserregenden Keimen.

Hopfensorten: Bitterhopfen oder Aromahopfen?

Grundsätzlich wird die große Hopfenwelt in zwei Kategorien unterteilt: In Bitterhopfen und Aromahopfen. Den Unterschied macht hier der Anteil an Alphasäuren oder schlicht Bitterstoffen.

 

Während der Bitterhopfen, wie der Name schon sagt, dem Bier die feinherben, bitteren Geschmacksanteile schenkt, bekommt es durch Aromahopfen sein charakteristisches, na, was wohl, Aroma. Die Geschmacksvielfalt der Hopfensorten reicht dabei von blumigen oder zitrusartigen Beeren-Noten bis hin zu Nuancen von Schokolade oder reifer Banane.

Braumeisterin der Flensburger Brauerei, die am Hopfen riecht.

In unserer Flensburger Brauerei verwenden wir je nach Biersorte Bitterhopfen, Aromahopfen oder auch beide Hopfensorten. Für unser ​​​​Flensburger Gold und den Flensburger Frühlingsbock kommt beispielsweise ausschließlich Aromahopfen zum Einsatz. Beide Sorten, Aromahopfen und Bitterhopfen zusammen, verwenden wir für das klassische Flensburger Pilsener sowie unser Flensburger Dunkel und den kultigen Bölkstoff.

 

Zu den beliebtesten Aromahopfensorten weltweit gehören „Perle“, „Opal“, „Tradition“, „Cascade“, „Simcoe“ und „Mosaic“, während „Magnum“, „Herkules“ und „Hallertauer Mittelfrüh“ die bevorzugtesten Bitterhopfensorten sind. Letztere stammt aus der Region, die Brauer und Brauerinnen gern als Hopfenhimmel bezeichnen: der Hallertau. Aus diesem wohl berühmtesten bayrischen Anbaugebiet für Hopfen bezieht auch wir bei FLENS unsere sämtlichen Hopfensorten.

Viele Ranken von Hopfenpflanzen in einem Anbaugebiet.

Deutschland und die Hallertau: Heimat der besten Hopfensorten weltweit.

Der Name der Region steht wie kein zweiter für Hopfensorten von Spitzenqualität. In Deutschland wurden im Jahr 2019 insgesamt 44 Hopfensorten angebaut, ein Großteil davon wurde in der Hallertau kultiviert.

 

Und auch wenn immer mehr Hopfensorten aus dem Ausland nach Deutschland eingeführt werden: Die deutschen Hopfensorten sind nach wie vor international sehr gefragt und werden in über 70 Länder exportiert. Damit ist Deutschland der größte Hopfenexporteur der Welt und die Hallertau die größte zusammenhängende Anbaufläche für Hopfen weltweit.

Die beliebtesten Vertreter der Hopfensorten.

Jede Hopfensorte bringt beim Brauen eigene Aromen und Charakterzüge ins Bier: mal blumig und fein, mal würzig oder spritzig-fruchtig. Vom traditionellen Aromahopfen bis hin zum modernen Exoten prägen die verschiedenen Sorten maßgeblich Geschmack und Duft des fertigen Bieres.

  • Hallertauer Mittelfrüh

    • Der deutsche Aromahopfen-Klassiker schlechthin

    • Ursprung in der Hallertau (Bayern)

    • Feinwürzig, floral, mild bitter

    • Standard für Pils, Helles und Pales Ales

  • Tettnanger

    • Traditioneller Aromahopfen aus der Bodenseeregion

    • Mild, feinwürzig, leicht grasig und blumig

    • Besonders beliebt für helle Lagerbiere und Weizen

  • Spalter Select

    • Fränkischer Traditionshopfen mit geschützter Herkunft

    • Mild-würzig, dezent floral

    • Geeignet für Böcke, Helles, Märzen, Pilsener

  • Hersbrucker

    • Bayerischer Traditionsträger, häufig als Ersatz für Saazer

    • Florale, krautige Noten mit sehr milder Bittere

    • Beliebt für fein abgestimmtes Pils oder Märzen

  • Magnum

    • Bedeutendster deutscher Bitterhopfen

    • Neutral bis leicht würzig, sehr hohe Alphasäure

    • Weltweit eingesetzt für Bierstile jeglicher Art

  • Mandarina Bavaria

    • Moderne deutsche Hopfenzüchtung

    • Ausgeprägte Mandarinen- und Zitrusaromen

    • Häufig in modernen Pale Ales und Weizen

Das ist noch längst nicht das Ende der Hopfenvielfalt – inzwischen gibt es weltweit Hunderte Züchtungen, die laufend neue Akzente im Bier setzen. Insbesondere Craftbierbrauereien verwenden oft seltene oder experimentelle Sorten, um immer neue Geschmackserlebnisse zu schaffen.

Hopfengabe und Hopfenstopfen.

Und wieviel Hopfen brauche ich nun beim Bierbrauen? Tja, es kommt drauf an (Lehrkräfte lieben diese Antwort). Denn das ist von Biersorte zu Biersorte sehr unterschiedlich: Einem „normal“ gehopften Bier wird zwischen 120 g und 150 g Hopfen auf 100 Liter Bier zugegeben. Ein Pils wird beispielsweise stärker gehopft als ein Weizen; so enthält ein Weizen gerade halb so viel Hopfen wie ein Pils. 

 

Doch wann wird der Hopfen zum Bier gegeben? Dies ist davon abhängig, wie bitter das Bier am Ende sein soll. Beim Bitterhopfen beispielsweise gilt: Je früher der Hopfen dem Bier zugefügt wird, desto bitterer der Geschmack. Üblicherweise wird der Hopfen bereits beim Sieden hinzugefügt.

 

Beim Hopfenstopfen sieht dies wiederum anders aus: Hier werden keine zusätzlichen Bitterstoffe freigesetzt. Denn der Hopfen wird dem Biersud bei Raumtemperatur wahlweise lose oder in einem Hopfensäckchen hinzugefügt, wenn dieser bereits erkaltet ist. Deswegen wird der Vorgang des Hopfenstopfens auch gerne Kalthopfung genannt.

 

Da der Biersud zu diesem Zeitpunkt bereits abgekühlt ist, lassen sich Biere durch diesen Vorgang mit zusätzlichen Aromen veredeln, ohne zusätzliche Bitterstoffe freizusetzen.

Geerntete Hopfendolden in Nahaufnahme.

Hopfenprodukte: Wie sieht der Hopfen aus, wenn er ins Bier kommt?

Hopfen wird heute längst nicht mehr nur als ganze Dolde ins Bier gegeben. Um gleichbleibende Qualität, intensiven Geschmack und eine effiziente Verarbeitung zu garantieren, setzen Brauereien auf verschiedene sogenannte Hopfenprodukte. Diese unterscheiden sich in Herstellung, Lagerfähigkeit und Anwendung im Brauprozess. 

 

Wenn dich dieses Thema genauer interessiert, kannst du alle Details zu Hopfenprodukten und deren Bedeutung beim Bierbrauen hier nachlesen: Hopfenprodukte.

Hopfen zum Anfassen.

Genug der Theorie: Hopfen ist eine Bierzutat für die Sinne und lädt zum Fühlen, Riechen und Schmecken ein. Und wo könnte man unsere Hopfensorten wohl besser intensiv kennenlernen als bei einer Brauereibesichtigung inklusive Geschmackstest in unserer Flensburger Brauerei! Am besten gleich anmelden, vorbeikommen und mit den Hopfensorten auf Tuchfühlung gehen!

Alle Fakten auf einen Blick:

  • Hopfen ist eine Kletterpflanze.
  • Hopfen sorgt für Bieraroma, Bitterkrone und Schaumkrone
  • Hopfen ist ein natürliches Konservierungsmittel
  • Hopfen wird grob unterteilt in Bitterhopfen und Aromahopfen, je nach Alphasäuregehalt.
  • Deutsche Hopfensorten, vor allem aus der Hallertau, gelten als weltweit führend in Qualität und Export.
  • Eine frühere Zugabe erhöht die Bitterkeit, Hopfenstopfen veredelt das Aroma ohne Bitterkeit.
  • Hopfen wird heute in verschiedenen Produkten verarbeitet, um Qualität und Geschmack zu sichern.

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